Therapie vorzeitiger Wehen/Frühgeburt
Sollte sich eine Infektion (Entzündung) als Ursache der vorzeitigen Wehen herausstellen, wird eine Behandlung mit Antibiotika eingeleitet. Bei anderen Störungen, wie zum Beispiel gestörter Durchblutung der Gebärmutter aufgrund einer fehlerhaften Anpassung in der Schwangerschaft, wird versucht, die Durchblutung der Gebärmutter zu verbessern.
Ist der Muttermund schon über ein bestimmtes Maß geöffnet, werden Medikamente eingesetzt, die die Wehen hemmen. Dies geschieht in erster Linie mit dem Ziel, die Geburt soweit hinauszuzögern, dass die werdende Mutter in eine Spezialklinik für Frühgeburten gebracht werden kann. Dort wird beispielsweise versucht, durch gezielte Behandlung die Lungenreifung des Kindes zu unterstützen.
Die wehenhemmende Behandlung wird mit sogenannten Tokolytika durchgeführt, die zu einer Erschlaffung der Gebärmuskulatur führen. Dadurch treten bei der Mehrzahl der Patientinnen die Wehen nicht mehr oder weniger stark auf, und der Muttermund öffnet sich nicht weiter.
Die mit am häufigsten eingesetzten Tokolytika sind die sogenannten Betamimetika. Da Beta-Rezeptoren im menschlichen Organismus überall vorkommen, wirken Betamimetika auch im gesamten Körper und zeigen vielfältige Nebenwirkungen, die hauptsächlich im Herz-Kreislaufbereich der Mutter spürbar werden. Betamimetika sind plazentagängig, so dass auch mit Nebenwirkungen beim Kind gerechnet werden muss.
FERRING hat ein Tokolytikum - den Oxytozin-Antagonisten Atosiban - entwickelt, das überwiegend die Rezeptoren des Wehenhormons Oxytozin in der Gebärmutter blockiert und dadurch das Auftreten von Wehen wirkungsvoll verhindern kann. Atosiban weist dank seiner spezifischen Wirkung nur geringe Nebenwirkungen für die Mutter und kaum Nebenwirkungen für das Kind auf.

