Bettnässen (Enuresis nocturna)
In Deutschland sind über 600.000 Kinder betroffen.
Bettnässen (Enuresis nocturna) ist nach den Allergien die zweithäufigste Erkrankung im Kindesalter und kann sowohl für das Kind als auch für die Eltern extrem belastend sein. Etwa 10% aller 7-Jährigen sind davon betroffen. Selbst unter Erwachsenen gibt es verschiedenen Untersuchungen zufolge noch 1-3% Betroffene.
Für sehr viele Familien ist Bettnässen ein Thema, über das man nicht spricht. Aus Gründen der Scham, der Unsicherheit etwas „falsch“ gemacht zu haben und weil die betroffenen Familien meist zu wenig über das Erscheinungsbild Enuresis nocturna, ihre Häufigkeit und gute Behandelbarkeit wissen, wird vielen Kindern erst sehr spät (oder überhaupt nicht) geholfen. Schweigen, Abwarten und Experimente machen das Problem jedoch nur noch größer.
Die Diagnostik erfolgt stufenweise und beginnt mit der Basisdiagnostik, die unbedingt bei jedem Kind durchgeführt werden muss und absolut schmerzfrei ist.
1. Anamnese
Wichtige Inhalte des ausführlichen Gespräches mit dem Arzt/der Ärztin sind: Häufigkeit, Menge und Zeitpunkt des Einnässens und eventuell vorhandene Tagessymptomatik. Zunehmend von Bedeutung ist die Stuhlanamnese, da oft ein kombiniertes Urin-Stuhl-Entleerungsproblem vorliegt. Eventuelle Vorerkrankungen sowie Sozial- und Familienanamnese runden diesen diagnostischen Schritt ab.
2. Blasentagebuch (Miktionsprotokoll)
Dieses Tagebuch ist ein ganz wesentlicher Bestandteil der Diagnose und wird vom betroffenen Kind gemeinsam mit den Eltern über einen Zeitraum von mindestens 48 Stunden geführt. Es enthält Menge, Zeitpunkt und Art der Flüssigkeit sowie wann und wie viel Harn ausgeschieden wird. Weiterhin wird dokumentiert, wann das Kind ins Bett geht bzw. aufsteht. Die aktuellen Empfehlungen schließen auch Darmentleerungen mit ein.
3. Körperliche Untersuchung
Bei der klinischen Untersuchung geht es darum, etwaige Veränderungen im äußeren Genitalbereich zu erkennen (z.B. Verengung der Vorhaut oder der Harnröhre etc.).
4. Urindiagnostik
Anhand einer Urinprobe kann festgestellt werden, ob eine bakterielle Infektion vorliegt und mögliche Ursache für das Einnässen sein kann.
5. Ultraschall (Sonografie)
Bei einer Ultraschalluntersuchung können körperliche Fehlbildungen ausgeschlossen werden. Die Sonographie des Harntraktes liefert wichtige Informationen über etwaige Veränderungen im Bereich der Nieren und Harnwege sowie über die Blase selbst und ihr Speichervolumen. Eventuell wird auch eine Restharnbestimmung (Urinmenge, die nach der Entleerung in der Blase zurückbleibt) vorgenommen.

