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Das Peptid Adiuretin

Wie wir wissen, arbeitet die Niere auch nachts. Wird der Urin nicht konzentriert, kann die nächtlich produzierte Urinmenge größer sein, als die kindliche Blase fassen kann - sie läuft über.

Wenn das Bett ,,schwimmt"
Viele Eltern berichten, dass ihre bettnässenden Kinder nachts so viel Wasser lassen, dass das Bett schwimmt. Wenn bei der Auswertung des Blasentagebuchs festgestellt wurde, dass das Kind nachts mehr Urin produziert, als in seine altersgerecht entwickelte Blase hineinpasst, kann man davon ausgehen, dass es zuwenig von dem Stoff bildet, der den Urin für die Nacht konzentriert. Dieser Stoff heißt medizinisch Adiuretin (Antiwasserlasshormon).

Bei vielen bettnässenden Kindern wird das Adiuretin auch im Alter von 5 Jahren noch nicht in ausreichender Menge hergestellt. Wenn zuwenig Adiuretin gebildet wird, findet die nächtliche Konzentrierung des Urins nicht genügend statt. Es gibt Arzneimittel, die einen Wirkstoff enthalten, der dem natürlichen Adiuretin nachempfunden ist. Dieses Medikament kann der Arzt verordnen.

Das Kind erhält dann vor dem Schlafengehen in der Regel eine Schmelztablette (ohne Flüssigkeit einzunehmen) mit dem Ziel, dass in der Nacht nur so viel Urin gebildet wird, wie die Blase fassen kann. Dieses Medikament wirkt meist sehr schnell und häufig sind die Kinder innerhalb kurzer Zeit nachts trocken. Wird das Kind mit diesem Medikament trocken, so kann man nach einigen Wochen die Abstände der Einnahme vergrößern, bis das Medikament dann abgesetzt wird.

Ziel der Behandlung ist es, dass der Körper lernt, die bislang fehlende Menge Antiwasserlasshormon selbst in ausreichendem Maße zu bilden.

Wichtig ist es, dass das Antiwasserlasshormon kurz vor dem Zubettgehen eingenommen wird, und dass das Kind danach nicht mehr trinkt.