Therapie der Enuresis nocturna
Unter Enuresis nocturna versteht man das Einnässen im Schlaf an mindestens zwei Nächten pro Monat nach dem vollendeten 5. Lebensjahr, wenn das Kind tagsüber trocken ist und keine Harnwegsinfekte oder organische Störungen vorliegen. Man unterscheidet zwei Formen: Die primäre und die sekundäre Enuresis. Die primäre Enuresis beschreibt ein von Geburt an andauerndes Einnässen ohne längere trockene Phasen, die sekundäre Enuresis ein erneutes Einnässen nach einer mindestens 6 Monate langen trockenen Phase.
Die primäre Enuresis macht etwa 80% des kindlichen Einnässens aus!
Die Ursachen sind ebenfalls vielfältig, wobei eine Entwicklungsverzögerung der Blasen-Hirn-Steuerung auch hier eine wesentliche Rolle zu spielen scheint. Zusätzlich sind genetische und familiäre Faktoren an der Entstehung beteiligt. Wenn bereits ein Elternteil ebenfalls Bettnässer war, beträgt die genetisch bedingte Wahrscheinlichkeit, dass auch das Kind unter der Krankheit leidet, etwa 45%. Falls Mutter und Vater betroffen waren, steigt die Wahrscheinlichkeit sogar auf bis zu 75%.
Mitverantwortlich und für die Therapie von entscheidender Bedeutung ist die nicht ausreichende nächtliche Produktion des antidiuretischen Hormons (ADH). ADH bewirkt beim gesunden Kind, dass nachts weniger Harn gebildet wird als tagsüber. Kinder, deren Körper noch zu wenig von diesem Botenstoff bilden, können nachts die große Harnmenge nicht halten – das Bett ist nass.
Das Ziel einer medikamentösen Therapie ist, die nächtliche natürliche Reduktion der Urinmenge zu unterstützen. Das Medikament gibt den Kindern nur, was der Körper selbst noch nicht bilden bzw. verarbeiten kann. Dieses Arzneimittel ist seit mehr als 20 Jahren erhältlich, sein Erfolg zeigt den Stellenwert in der Behandlung des Bettnässens.

