Therapie der Nykturie
Mehrmaliges Aufstehen in der Nacht raubt den Patienten den gesunden Schlaf. Nykturie-Patienten leiden etwa doppelt so häufig unter Depressionen, Stimmungsschwankungen, Tagesmüdigkeit und Konzentrationsschwäche wie Menschen ohne Nykturie. Dazu kommt das erhöhte Sturz- und Frakturrisiko für Ältere. Nykturie ist also keineswegs eine harmlose Begleiterscheinung des Älterwerdens, mit der man sich abfinden muss, sondern ein ernst zu nehmendes, behandlungswürdiges Beschwerdebild.
Um der Ursache auf die Spur zu kommen, sind die ersten Schritte die ausführliche Befragung der Betroffenen, eine klinische Untersuchung und die Harnanalyse. Um zu erkennen, ob eine verminderte Blasenkapazität bzw. nächtlichen Polyurie vorliegt, ist das Führen eines Nykturieprotokolls entscheidend: 3 Tage lang werden Zeitpunkt und Menge der Harnblasenentleerung sowie Menge und Art der zugeführten Getränke protokolliert.
Nach gesicherter Diagnose kann die der Nykturie zugrunde liegende Erkrankung (z.B. Herz- oder Nierenerkrankung) therapiert, ggf. die Medikation neu eingestellt oder ein ADH-Mangel durch Hormonersatz ausgeglichen werden. Darüber hinaus sollte darauf geachtet werden, dass gut zwei Drittel der täglichen Trinkmenge vor 18.00 Uhr zugeführt wird und harntreibende Getränke in den Abendstunden vermieden werden.

