Testosteronmangel – oft unerkannt, mit vielen Folgen
Was passiert, wenn das Testosteron aus dem Gleichgewicht gerät? Ein Testosteronmangel kann Männer beeinträchtigen, beispielsweise ihre Muskeln, ihren Schlaf oder ihre Leistungsfähigkeit.
Zu einem Testosteronmangel kommt es bei einer Unterfunktion der Hoden, medizinisch auch als Hypogonadismus bezeichnet. Schätzungen zufolge leiden über zwei Millionen Männer in Deutschland an einem Testosteronmangelsyndrom (TMS). Man unterscheidet zwischen der so genannten primären und sekundären Hodenunterfunktion:
Primäre Hodenunterfunktion: Die primäre Hodenunterfunktion wird durch eine angeborene Fehlbildung oder durch eine erworbene Schädigung der Hoden verursacht. Eine erworbene Schädigung kann unter anderem durch Strahlenschäden, Verletzungen oder auch Erkrankungen wie eine Hodenentzündung hervorgerufen werden.
Sekundäre Hodenunterfunktion: Bei der sekundären Hodenunterfunktion handelt es sich um eine Störung der zentralen Steuerorgane Hypothalamus und Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Zum Beispiel können Unterernährung oder eine Schilddrüsenunterfunktion die Ursache für eine sekundäre Hodenunterfunktion sein.
Ein Spezialfall – die „männlichen Wechseljahre“
Diese altersbedingte Hodenunterfunktion wird auch Testosteronmangelsyndrom (TMS) genannt. Wechseljahre können also auch bei Männern auftreten.
Dass die Hodenfunktion mit zunehmendem Alter abnehmen kann und dadurch weniger Testosteron in den Leydig-Zellen produziert wird, hat man erst in den letzten Jahrzehnten erkannt. Der Abfall des Testosteronwertes beginnt schleichend und zieht sich oft über Jahre hin. Dieser langsame Prozess ist auch einer der Gründe, warum Veränderungen häufig nicht erkannt werden oder kein Zusammenhang zwischen dem niedrigen Testosteronspiegel und auftretenden Beschwerden hergestellt wird.
Zwischen dem 40. und dem 70. Lebensjahr verringert sich der Testosteronspiegel um circa 30 Prozent. Die Ursachen für diese altersbedingte Hodenunterfunktion sind hauptsächlich auf zwei Vorgänge zurückzuführen:
- Aus dem Hypothalamus wird weniger GnRH freigesetzt, was mit einer verringerten Testosteronproduktion in den Hoden verbunden ist. Auch kommt es zu einer Abnahme der Leydig-Zellen, in denen das Testosteron produziert wird.
- Für den sinkenden Testosteronspiegel ist jedoch nicht nur die abnehmende Produktion des Hormons im Hoden verantwortlich, sondern auch der altersbedingte Anstieg des so genannten Sexualhormon bindenden Globulins (SHBG). Dieses Transporteiweiß bindet das Testosteron im Blut und verhindert somit, dass das Hormon aktiv wird. Dadurch ist die Auswirkung des erniedrigten Testosteronspiegels noch ausgeprägter.
Bei erwachsenen Männern kommt es zu tagesabhängigen Schwankungen des Testosteronspiegels. Am höchsten sind die Werte morgens. Abends dagegen sind sie in der Regel am niedrigsten. Mit zunehmendem Alter nehmen auch diese Schwankungen des Testosteronspiegels ab.
Bei einem gesunden Mann hört die Bildung von Testosteron jedoch niemals ganz auf – die Zeugungsfähigkeit bleibt bis ins hohe Alter erhalten.
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